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Modellflugsportler des Jahres 2009

Zum Abschluss dieses überaus erfolgreichen Jahres für unseren Verein gibt es nun noch einmal besonderen Grund zur Freude. Martin Herrig wurde auf der Jahrestagung der Modellflugkommission  des Deutschen Aeroklubs zum Modellflugsportler des Jahres 2009 gewählt. Damit werden nicht nur seine Titelverteidigung bei der F3B-Weltmeisterschaft , sondern auch seine Verdienste um den Modellflugsport gewürdigt.



St. Iria Race F3F in Lissabon - Vom Geheimtip zur 1. Wahl!






St. Iria Race F3F in Lissabon - Vom Geheimtip zur 1. Wahl !

 

Nach dem überaus erfolgreichen Ausflug nach Lissabon im vergangenen Jahr stand dieser Wettbewerb auch in diesem Jahr ganz oben auf meiner Prioritätenliste. Und obwohl mein Abschneiden in diesem Jahr nicht so erfolgreich war wie ein Jahr zuvor, steht ein Urteil schon einmal fest: Der F3F-Wettbewerb in Lissabon war auch in diesem Jahr die Reise wert!

 

Man muss zunächst mal mit dem Vorurteil aufräumen, die Reise wäre lang und teuer. 220 € für den Flug von Dresden nach Lissabon und zurück ist ja nun wirklich nicht zu viel. Die F3F-Anlage ist etwa 10 Min. vom Flughafen Lissabon entfernt, und wenn man das vom Veranstalter empfohlene, sehr gute und preiswerte Hotel nutzt, wohnt man auch noch 2 km Luftlinie vom Hang entfernt.  Das die diesjährige deutsche „Delegation“ mit Siggi Schedel, Andre Austen, Uli Helfrich und Franz Demmler eine andere Möglichkeit wählte, war wieder einmal mir zu verdanken. Nach dem Motto, dass Wettbewerbsreisen auch immer Tage der Kultur und der Erholung sein sollten, wurde ein etwas älteres, aber nichtsdestotrotz  charmantes Hotel in der Lissaboner Altstadt gewählt. <cite>Aus Gründen der Bequemlichkeit beim Fliegen hatten wir unsere Modelle bereits vorab mit DPD in das Hotel schicken lassen. Wie geplant wurden uns die Kisten bei Ankunft an der Hotelrezeption ausgehändigt. Bequemer geht es kaum! Der erste Abend wurde gleich zu einem Spaziergang in der Lissaboner Altstadt genutzt. Wenn man zum Laufen zu faul ist (wir leisteten uns an diesem ersten Abend dieses Gefühl) kann man per Taxi für 10 € fast eine ganz Stunde Rundfahrt buchen. (Was kostet doch gleich eine einfache Straßenbahnfahrt in Dresden?) Wichtigstes Ziel war das Castelo de São Jorge, von der man einen guten A</cite>usblick auf die Altstadt und die Tejo-Mündung hat. Passend zur Finanzkrise fand dort gerade ein Event unter der Egide des Hauptsponsors Banco Espírito Santo statt. Bank zum Heiligen Geist! Na wenn das kein Omen ist. Gottvertrauen braucht man im heutigen Finanzwesen ja schon. Leider fanden die jungen Damen am Einlass trotz mehrfacher Nachfrage unsere Namen nicht auf der Teilnehmerliste. Zu einem gemeinsamen Foto hat es dann aber doch noch gereicht. Ein gemütliches Essen in den berühmten Docks von Lissabon rundete diesen ersten Abend ab.

Den folgenden Tag vor dem Wettbewerb nutzten wir zu einem Ausflug an den nahen Atlantik zum Fliegen und Baden im Atlantik. Wie immer ein besonderes Erlebnis.

Am Sonnabend wurde es dann aber ernst. Der Wind hielt sich wieder an die langjährige Statistik und wehte kräftig bei sonnigem Wetter aus Nord-West, also direkt auf den „Schokoladenhang“. 24 Teilnehmer aus Portugal, Spanien und Deutschland waren am Start. Das klingt nicht viel, ist aber für einen F3F-Wettbewerb eine ziemlich optimale Zahl. Denn am Ende sollten 17 geflogene Runden stehen! Was will man mehr? Ich will euch hier nicht mit den üblichen Schilderungen langweilen, wer in welcher Runde welche Zeit bei welchen Bedingungen geflogen ist. Das Ergebnis kann man hier nachlesen: http://www.apsia.pt/news.php?item.77.4 Siggi Schedel bestätigte aber seine gute Form, die ihn die Spitzenposition in der F3F-Contest-Euro-Tour einbrachte, auch in diesem Wettbewerb. Von Anfang an voll konzentriert und vor allem fehlerfrei, die wichtigste Eigenschaft am „neuen Siggi“. Am Ende reichte es zu Platz 2. Glückwunsch! Die drei anderen Germanen hielten sich vornehm zurück und landeten am Ende gerade noch unter den Top 10. Ich selbst war nicht ganz zufrieden, haben doch unnötige Fehler viele Punkte gekostet. Ich habe z.B. die Erfahrung gemacht, dass man mit der Startstellung F3B in der F3F-Strecke nicht richtig in Fahrt kommt….vor allem, wenn man es nicht merkt. Auch der Ausfall einer Wölbklappe durch eine schlampig verbundene Steckverbindung am Flügel, der zum Abbruch eines Fluges führte und zusätzlich noch 100 Strafpunkte einbrachte, war vermeidbar. Schon während dieses Fluges hörte ich hinten den empörten Kommentar von Uli: „Schlamperei, wie ich das hasse“. Und er hatte nicht ganz Unrecht. Gewonnen hat am Ende Jose Faria, der Lokalmatador. Hier brachte die intime Kenntnis des Haushangs den entscheidenden Vorteil, auch und gerade weil es am Ende sehr knapp zuging. Die Spanier argwöhnten einen „Heimvorteil“ des Siegers, was zu einer gewissen Missstimmung führte. Sicher existiert ein gewisser Heimvorteil in allen Sportarten. Aber gerade die Spanier sollten doch wissen, dass die Heimmannschaft im Fußball eher einen Elfmeter bekommt als der Gast…. Unnötige Aufregung also und kaum der Erwähnung Wert, hätten die spanischen Freunde nicht am Abend das Bankett boykottiert. Und die Rede ist hier von einem Bankett, wie ich es bei einem Modellflugwettbewerb noch nie erlebt habe. Nobles Ambiente, köstliche Speisen und Weine sowie eine freundschaftliche Atmosphäre, wie man es sich nur wünschen kann. Man kann den portugiesischen Freunden nur dankbar dafür sein, dass sie ihren F3F-Wettbewerb mit so viel Engagement und Herzblut zu einem der besten in Europa gemacht haben. Es ist deshalb schade, wenn ein solcher Boykott dem Veranstalter die Motivation nimmt, auf diesen Wege weiterzugehen. Ich habe aber die Hoffnung, dass sich das Team und Jorge Infante und Manuel Almeida nicht entmutigen lässt.

Ende gut – alles gut. Mit seinem zweiten Platz hatte Siggi die Spitze in der F3F-Contestwertung  übernommen und auch wir anderen hatten wieder viel gelernt.

Die Siegerehrung ließ dann etwas auf sich warten, weil der Veranstalter nicht mit 17 Runden gerechnet hatte. Die Software ließ nur 15 Runden zu. Aber das hatten wir ja auch auf Rügen schon einmal, wie ich mich nur ungern erinnere.

Am Abend haben wir dann den Erfolg von Siggi in der Lissaboner Altstadt gefeiert. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass Siggi „eingeladen“ hat. Nach dieser angenehmen Erfahrung gönnen wir ihm auch in Zukunft jede erdenklich gute Platzierung (soweit wir zugegen sind!). Jedenfalls hatte Siggi am Ende des Abend einen schönen „Suller“ sitzen. Etwas, was ich bisher an ihm gar nicht kannte. Also: ein dreifaches Hoch auf den „neuen Siggi“!

Und für nächstes Jahr gilt: Wiederholung erwünscht! Dieser Wettbewerb ist eine besondere Empfehlung Wert.  Weitere Bilder hier>>>   Bericht im spanischen Magazin>>>

 


Modellflugplatz Semperoper



Karl-Heinz Helling mit seinem "Schlagflügler" auf der Bühne der Semperoper

Am 3. Mai wurde die Semperoper zum Modellflugplatz. Unter der Regie des Dresdner Max-Planck-Instituts für Molekularbiologie und Genetik wurden von namhaften Wissenschaftlern interessante Vorträge zum Thema "Fliegen" gehalten. So sprachen u.a. der Chefpilot der Lufthansa Jürgen Raps zur Zukunft der "Großfliegerei" und Prof. Ingo Rechenberg sehr unterhaltsam zum Thema "Fliegen in Natur und Technik". Abgerundet wurde die gelungene Veranstaltung durch musikalische und tänzerische Beiträge zum Thema Fliegen.  Und natürlich konnte es Prof. Rechenberg, Weltmeister in der Klasse F1A 1954, nicht lassen, seine neuesten, der Natur abgelauschten Experimentalmodelle durch den Zuschauerraum der Oper fliegen zu lassen. Einen interessanten Aspekt steuerte auch Frau Prof. Leptin aus Köln bei, die über die "Fliegen als Top-Models der biologischen Forschung" sprach. Und natürlich konnte auch Karl-Heinz Helling seinen "Schlagflügler" in würdigem Rahmen präsentieren.




Modellflug auf der Opernbühne! Auch Prof. Rechenberg kann das Kind im Manne nicht verbergen....


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